Wärme oder Kälte – was ist wann sinnvoll?
- LeaLindenmayer

- 4. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Dez. 2025
Pferde bewegen sich gern und viel und da kann schon mal die ein oder andere Verletzung entstehen, die nicht unmittelbar einen Tierarztbesuch benötigt.
Oberflächliche Bissverletzungen, kleine Schwellungen durch Tritte oder auch Steifigkeiten durch Muskelkater können oft mit wenigen Hausmitteln vom Besitzer selbst versorgt und die Genesung beschleunigt werden.
Die gängigsten Sofortmaßnahmen sind hierbei das Kühlen oder Wärmen der betroffenen Stelle.
In diesem Blogbeitrag erfährst du, wann Kälte und wann Wärme zum Einsatz kommen sollte und wann sie eher kontraproduktiv sind.
Was ist die Sofortwirkung von Wärme und Kälte?
Wärme
Wenn wir Wärme von außen an unser Pferd heranführen, hat dies zunächst eine Erweiterung der Gefäße zur Folge. Im Bereich der lokalen Wärme wird also die Lymphtätigkeit gesteigert, was einen beschleunigten Abtransport von Schadstoffen und eine erhöhte immunologische Bereitschaft bedeutet. Auch die Blutgefäße werden erweitert, dies führt zu einem Anstieg der Blutzirkulation und somit zu einer vermehrten Versorgung des Gewebes (Faszien, Muskulatur, Knochen,…)
Kälte
Wenn wir Kälte von außen an unser Pferd heranführen, wird fast das Gegenteil erreicht, als bei Wärme.
Die Gefäße ziehen sich zunächst zusammen, das lymphatische System und der Blutkreislauf an der gekühlten Stelle werden heruntergefahren. Das Gewebe wird zunächst weniger versorgt.
Wie geht es weiter, was ist die Langzeitwirkung von Wärme und Kälte?
Wärme
Durch die gesteigerte Mikrozirkulation und die erweiterten Blutgefäße können Schadstoffe gut und schnell abtransportiert werden, es kommt also zu einer Entlastung des Gewebes und einer Entspannung der Muskulatur. Die vermehrte Versorgung im Gewebe sorgt für eine generelle Schmerzlinderung. Studien haben gezeigt, dass gerade bei chronischen Erkrankungen, die den Bewegungsapparat betreffen, durch Wärme eine mittelfristige Schmerzlinderung geschaffen werden kann.
Kälte
Durch die Verengung der Blutgefäße wird zunächst auch die Weiterleitung von Entzündungs-Botenstoffen gehemmt, was die Entstehung einer Entzündung erschwert. Das vegetative Nervensystem wird durch die Kälte aktiviert, was zu einer Ausschüttung von Glückshormonen und somit zu sofortiger Schmerzreduktion führt. Nach entfernen der Kühlung, reagiert das Gewebe mit sofortiger Weitung aller Gefäße. Hierdurch werden die Durchblutung und Zellregeneration massiv gesteigert.
Was sollte ich beachten?
Egal ob Wärme oder Kälte, man sollte immer darauf achten, dass die jeweilige Temperatur dem Gewebe nicht schadet. Das bedeutet, nicht zu heiß und nicht zu kalt. Am besten immer eine Trennschicht zwischen dem temperierten Medium und dem Fell nutzen – Handtuch unter dem Wärmekissen.
Bei Kälte sollte zusätzlich darauf geachtet werden, kurze Pausen einzulegen, um das Gewebe nicht in eine Unterversorgung zu bringen (10 Minuten kühlen- 10 Minuten Pause, wiederholen)
Fazit – Was nutze ich nun wann?
Am einfachsten zu merken ist:
Kälte akut – Wärme chronisch
Bei frischer Verletzung ist es also ratsam, die Prellung/ Schwellung/ Stauchung direkt, das heißt innerhalb von 24 h zu kühlen. Dies lindert akute Schmerzen und kann eine extreme Schwellung und schnelle Entzündung verhindern.
💡 Achtung
Bei offenen Wunden bitte zum Kühlen unbedingt Wasser in Trinkqualität nutzen, um eine Sekundärinfektion zu verhindern
Bei chronischen Erkrankungen oder Verletzungen, die bereits 2 Tage oder älter sind, ist Wärme das Mittel der Wahl. Hierdurch können Verspannungen der Muskulatur gelöst und Gelenksschmerzen (Arthrose) gelindert werden.
💡 Achtung
Muskelverspannungen, die aus einer akuten Entzündung herrühren, sollten nicht mit Wärme behandelt werden, da dies die Entzündung „anheizen“ kann. Wenn du dir unsicher bist, kläre dies am besten vorab mit deinem Tierarzt oder Therapeuten ab.








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