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Aufwärmen des Pferdes

  • Autorenbild: LeaLindenmayer
    LeaLindenmayer
  • 21. Nov.
  • 2 Min. Lesezeit

Warum es so wichtig ist – und wie du es richtig gestaltest

Bevor ein Pferd sportliche Leistungen erbringen kann – sei es im Dressurviereck, auf dem Springplatz oder beim Ausritt durchs Gelände – braucht sein Körper eine Aufwärmphase. Aus tierphysiotherapeutischer Sicht ist das Aufwärmen nicht nur sinnvoll, sondern essenziell, um Muskulatur, Gelenke und Faszien optimal auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten.

In diesem Blogbeitrag erfährst du, warum Aufwärmübungen so wichtig sind und wieso ich dir empfehle erst einmal zu Führen anstatt zu Reiten.

Warum Aufwärmen für Pferde unverzichtbar ist

Ein gut strukturiertes Warm-up sorgt für:

  • Verbesserte Durchblutung

Bewegung steigert die Durchblutung und Mikrozirkulation der Muskulatur und Sehnen. Gut versorgtes Gewebe reagiert schneller, arbeitet effizienter und ist weniger anfällig für Verletzungen.

  • Aktivierung des Bewegungsapparats

Gelenke werden geschmeidiger. Die Gelenkschmiere (Synovia) wird erwärmt und verteilt sich besser – wichtig für knorpelschonende, elastische Bewegungen.

  • Verbesserung der Koordination

Ruhige Bewegungen zu Beginn fördern die neuronale Aktivierung, wodurch das Pferd Zeit hat „aufzuwachen“ und dadurch aufmerksamer und koordinierter zu werden.

Wie sieht ein sinnvolles Aufwärmprogramm aus tierphysiotherapeutischer Sicht aus?

Ein gutes Warm-up ist nicht einfach „ein paar Minuten Schritt“, sondern eine bewusst aufgebaute Phase, die auf biomechanischen Grundprinzipien basiert.

1. Schritt an der Hand oder am aufgenommenen Zügel (mindestens 10 Minuten)

  • Zügiges Vorwärtsgehen (Tempo steigern)

  • Großzügige Linien (Schlangenlinien, große Bögen)

  • Ziel: Mobilisation der großen Gelenke und sanftes Aktivieren der großen Muskelpartien

💡 Mein Tipp: Führe dein Pferd um optimale Aufwärm-Ergebnisse zu erzielen. Beim Führen muss dein Pferd nicht zusätzlich das Reitergewicht tragen und ausbalancieren und kann sich somit erst einmal in Ruhe selbst aufwärmen.

Wenn du unbedingt Schritt reiten möchtest, dann bitte am aufgenommen Zügel – sorge dafür, dass sein Pferd von Beginn an den Rücken aufwölbt und du nicht auf einen durchhängenden Rücken noch zusätzlich Gewicht einbringst.


2. Lösende Übungen im Schritt – an der Hand (5 Minuten)

Beispiele:

  • Übergänge Schritt – Halt – Schritt

  • Schultervor / Schulterherein je nach Trainingsstand

  • Rückwärtsrichten

  • Volten

Diese Übungen sprechen das Gleichgewicht und die rumpftragende Muskulatur an. Seitengänge fördern die Mobilisation der Wirbelsäule.

Wichtig: Korrekte Ausführung vor Tempo!


3. Ruhiges Antraben oder Galoppieren (5–10 Minuten)

  • Große gerade und gebogene Linien

  • Sanfte Tempi-Wechsel und Übergänge Trab – Schritt – Trab / Trab – Galopp – Trab

Durch diese Übungen erzielst du eine Herz-Kreislauf-Anregung, sowie eine Aktivierung der Bewegungsmuskulatur.

💡 Mein Tipp:Manche Pferde lösen sich besser im Galopp – es spricht nichts dagegen, direkt nach dem Schritt reiten/führen direkt mit der leichten Galopparbeit zu beginnen!

Häufige Fehler beim Aufwärmen

  • Zu kurzes Schrittgehen („3 Minuten sind genug“)

  • Zu enges Reiten – Druck erzeugt Gegendruck und Spannung

  • Zu freies Reiten – durchhängender Zügel und Rücken schaden manchmal mehr, als dass sie nützen

  • Zu viel Vorwärts – manchmal ist es besser, zunächst das Tempo des Pferdes anzunehmen und langsam zu steigern

Ein gründliches Warm-up dauert in der Regel 15–25 Minuten, je nach Alter, Temperatur und Trainingsziel.

Fazit

Aus sportphysiotherapeutischer Sicht ist das Aufwärmen beim Reiten ein Schlüssel zum gesunden, leistungsfähigen Pferd. Ein gut durchdachtes Warm-up fördert Beweglichkeit, Losgelassenheit, Koordination und schützt vor langfristigen Belastungsschäden und Verletzungen.

Ein Pferd, das korrekt aufgewärmt wird, arbeitet zufriedener, entspannter und mit deutlich besserer Qualität – und das zahlt sich in jedem Training aus.

 

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Tierphysiotherapie & Reitausbildung

Lea Lindenmayer

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