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Schwitzen im Winter – Wie bekomme ich mein Pferd am besten trocken?

  • Autorenbild: LeaLindenmayer
    LeaLindenmayer
  • vor 6 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Wohl jeder Pferdebesitzer kennt es. Die Temperaturen fallen, das Fell wird plüschig und das Training sollte wie gewohnt weiter gehen. Wer nicht scheren möchte, steht im Winter dann des Öfteren vor dem Problem – Wie bekomme ich mein Pferd nun trocken?

In diesem Blogbeitrag erkläre ich dir ein paar Tipps und Tricks, wie du das Trocknen deines Pferdes beschleunigen kannst und wie du eventuell schon im Vorfeld verhindern kannst, dass es überhaupt zu sehr schwitzt trotz Wintermantel.


Warum schwitzen Pferde überhaupt?

Schwitzen ist eine physiologische Funktion des Körpers. Es dient in erster Linie der Kühlung des Körpers, wenn die Temperatur ansteigt oder der Körper selbst durch Leistung Wärme erzeugt. Schweißdrüsen werden aktiviert und starten die Produktion von Schweiß.

Durch die Verdunstung des Schweißes auf der Haut, wird Wärme abgeführt und der Körper abgekühlt.


💡 Beachte

Auslöser für das Schwitzen können ein Temperaturanstieg, körperliche Anstrengung und emotionale Faktoren wie Stress, Angst und Aufregung sein.


Wie auch beim Menschen, gibt es auch bei Pferden manche, die besonders viel und andere die kaum schwitzen. Dies ist nicht immer ein Zeichen für einen entsprechenden Trainings- oder Konditionszustand, sondern kann auch einfach eine Veranlagung zum viel oder wenig Schwitzen darstellen.

Im Winter ist das Schwitzen meist auf das dicke Winterfell und der damit verbundenen schnelleren Aufheizung des Körpers bei Anstrengung verbunden.


Schwitzen im Winter - erkältet sich mein Pferd?

Ein klares NEIN. Nur durch das Schwitzen allein, erkältet sich das Pferd nicht. Allerdings muss ein nass geschwitztes Pferd ordentlich versorgt und abgeschwitzt werden, um einer Schwächung des Immunsystems und einer darauf möglicherweise folgenden Erkältung vorzubeugen.


Schwitzen im Winter kann also bei falscher Versorgung ein Risiko darstellen:

  • Auskühlen

    Ein nasser Körper kühlt schneller aus - dies schwächt das Immunsystem und macht es anfälliger für Infekte.

  • Verspannungen

    Kühlt die Muskulatur durch den nassen Körper zu schnell oder zu sehr ab, können Verspannungen und Muskelschmerzen entstehen.

  • Elektrolyte-Verlust

    Bei übermäßigem Schwitzen müssen die durch den Schweiß verlorenen Elektrolyte wie Natrium und Kalium wieder zugeführt werden, um eine Unterversorgung zu verhindern.

Wie kann ich das Schwitzen reduzieren?

Um das Schwitzen im Winter zu reduzieren oder das richtige Abschwitzen zu ermöglichen, gibt es ein paar Stellschrauben:

  1. Training anpassen:

    • Wähle deine Trainingszeit so, dass du im Anschluss noch genügend Zeit hast, dein Pferd trocknen zu lassen

    • Passe dein Training der Kondition an - wenn dein Pferd in der Galopparbeit schnell ins Schwitzen gerät, dann beginne mit dieser Arbeit und trainiere anschließend in den anderen Gangarten.

    • Mache häufiger kleine Schritteinheiten

  2. Equipment:

    • Wähle eine luftdurchlässige Schabracke oder wechsle zu einer klassischen Satteldecke, um die Hitzeentwicklung unter dem Sattel zu verringern

    • Nutze Gamaschen anstatt Bandagen oder lass den Beinschutz wenn möglich komplett weg

    • Dicke, lange Möhne am besten zur Arbeit einflechten

  3. Stress:

    • Versuche Stress im Training zu vermeiden - wenn etwas nicht so klappt, wie du es dir wünschst, dann gehe nochmal einen Schritt zurück und versuche es beim nächsten Mal wieder

    • Vermeide Stoßzeiten - wenn du oder dein Pferd Probleme mit vollen Hallen haben, dann versuche Stoßzeiten zu vermeiden

Es lässt sich nicht verhindern, das Pferd ist nass. Was verkürzt die Trockenzeit?

Egal wie gut du es planst oder versuchst zu managen, Schwitzen ist ein natürlicher Prozess, den wir nicht gänzlich verhindern können - und auch nicht sollten. Wenn dein Pferd nun also nass geschwitzt ist, beginnt das Abschwitzen. Hier sind meine Tipps, um dein Pferd zügig trocken zu bekommen.

  1. Absteigen und Absatteln

    Wenn du fertig bist mit der Trainingseinheit, führe dein Pferd lieber Schritt anstatt zu reiten (mindestens 10 Minuten). Mach den Sattel am besten direkt runter und eine Abschwitzdecke drauf. Falls du Gamaschen/Bandagen genutzt hast, entferne diese ebenfalls direkt.

  2. Zwischenbürsten

    Bevor dein Pferd in die Box kommt, bürste einmal mit einer Wurzelbürste über. Auch wenn das Fell noch nass ist, hilft das Überbürsten. Der Schweiß wird etwas verteilt und der nun dünnere Schweißfilm kann leichter verdunsten.

  3. Abschwitzdecke wechseln

    Sobald die Abschwitzdecke feucht ist oder sich ein heller Verdunstungsfilm auf ihr bildet, wechsle auf eine trockene Abschwitzdecke. (Auch hier nochmal Zwischenbürsten)

  4. Solarium?

    Ein Solarium kann dein Pferd grundsätzlich nicht trocknen, da es durch die Wärme eher zu einem Hitzestau bei nassem Fell kommt. Wenn das Solarium bei einem nassen Pferd nach dem Reiten genutzt wird, dann sollte während des Vorgangs regelmäßig gebürstet werden und anschließend wieder eine Abschwitzdecke aufgelegt und das Pferd nochmal einige Minuten geführt werden. So kann die Muskulatur langsam wieder abkühlen und der Schweiß, der noch im Fell ist weiter verdunsten.

Fazit

Das Schwitzen im Winter gehört dazu. Mit dem richtigen Management ist es dann auch nur noch halb so schlimm.

Ich empfehle, immer mehrere Abschwitzdecken parat zu haben, um feuchte Decken gut abtrocknen lassen zu können.

Passe dein Training und Equipment an, um übermäßiges Schwitzen zu vermeiden und nutze meine Tipps nach der Arbeit.

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