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Kitzelig, Zuckig und vermeintlich Müde

  • Autorenbild: LeaLindenmayer
    LeaLindenmayer
  • 14. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Verhaltensauffälligkeiten die als normal angesehen werden, jedoch auf ein Problem hindeuten können


Pferde zeigen uns früh durch ihr Verhalten, wenn etwas nicht stimmt. Manche Verhaltensweisen wirken auf den ersten Blick vielleicht harmlos oder normal, können aber auf gesundheitliche oder psychische Probleme hinweisen. Als Reiter und Pferdebesitzer ist es wichtig, diese Signale zu erkennen und richtig zu deuten. In diesem Beitrag spreche ich über typische Unarten, die nicht normal sind und auf ein Problem hindeuten können.


Nahaufnahme eines Pferdekopfes mit gesenktem Kopf und unruhigem Blick


Wenn das Pferd sich nicht putzen lässt


Ein Pferd, das sich nicht putzen lässt, zeigt meist, dass es Schmerzen hat oder die Berührung unangenehm ist. Fellpflege gehört zum natürlichen Sozialverhalten von Pferden und sollte Wohlbefinden auslösen. Doch wenn dein Pferd sich wegdreht, tritt, beißt oder die Ohren anlegt, sobald du putzen möchtest, ist das ein Warnsignal. Ursachen können Muskelverspannungen, Hautprobleme, Zahnprobleme und vieles weiteres sein.

Hierbei spielt es auch eine Rolle, ob das Unwohlsein beim Putzen plötzlich kommt oder "schon immer" da war.


Ich habe oft erlebt, dass Pferde mit Rückenproblemen oder Verspannungen im Halsbereich das Putzen meiden. Verklebte Faszien, Lungen- oder Leberprobleme können eine Berührungsempfindlichkeit auslösen. Hier hilft eine gezielte physiotherapeutische Behandlung, um die Ursache zu finden und möglichst langfristig zu beheben.



Kopfschlagen als Warnsignal


Kopfschlagen ist ein deutliches Zeichen, dass das Pferd etwas stört. Es kann auf Schmerzen im Kopf-, Hals- oder Rückenbereich hinweisen. Auch Zahnprobleme oder schlecht sitzendes Zaumzeug sind häufige Ursachen.


Head Shaking ist nicht gleich Head Shaking. Unzählige Ursachen können zum Kopfschlagen führen und die meisten davon sind behandelbar. Durch die Muskelketten und biomechanischen Zusammenhänge im Pferdekörper liegt die Ursache häufig an ganz anderer Stelle und wird somit häufig übersehen.

Gerade ein plötzlich auftretendes Kopfschlagen sollte genauer untersucht werden.


Zickig beim Satteln – was steckt dahinter?


Wenn ein Pferd beim Satteln zickig wird, kann das viele Gründe haben. Normal ist es definitiv nicht! Schmerzen im Rücken oder Brust, Verspannungen oder auch schlechte Erfahrungen mit dem Sattel können dazu führen.


Ein Pferd, das sich beim Satteln wehrt, sollte genau untersucht werden. Physiotherapie kann helfen, Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern. Auch eine Überprüfung des Sattels ist wichtig. Ich empfehle, den Sattel regelmäßig von einem Fachmann kontrollieren zu lassen, um Druckstellen zu vermeiden.


Häufiges einseitiges Entlasten


Wenn ein Pferd ständig eine Seite entlastet, ist das ein klares Warnsignal. Blockaden in der Wirbelsäule, sich anbahnende Sehnenüberlastungen, schmerzende Hufe oder muskuläre Dysbalancen sind nur ein paar der möglichen Ursachen für dieses Verhalten.


Wenn eine einseitige Be- oder Entlastung, vor allem in Ruhe, auffällt, ist es notwendig das Pferd gründlich zu untersuchen. Ein erfahrener Physiotherapeut kann helfen, die Ursache zu finden. Manchmal reicht eine gezielte Behandlung, um das Pferd wieder ins Gleichgewicht zu bringen.


Einlaufen ohne Vorerkrankung – ein Alarmzeichen


Wenn sich ein Pferd, ohne bekannte Vorerkrankung einläuft, sollte man aufmerksam werden. Das ist nicht normal und kann auf eine ernste Erkrankung oder muskuläre Störung hindeuten.


Die Ursachen für das vermeintliche Einlaufen sind vielseitig und häufig versteckter als man denkt.

Ein Zahnproblem - die dadurch verspannte Kaumuskulatur hat direkten Einfluss auf die Halsmuskulatur und die bewegende Muskulatur der Vorhand. Schmerzt also der Zahn, dauert es eine Weile, bis die Muskulatur der Vorhand nachgeben kann und das typische "Einlauf-Gefühl" entsteht.

Blockierte Gleichbeine - die kleinen Knöchelchen an den Fesselgelenken, die wichtige Stoßdämpfer sind. In physiologischer Bewegung gleiten sie in Bewegung auf und ab. Ist dieses Gleiten blockiert, fehlt die stoßdämpfende Eigenschaft und die Bewegung in diesem Bein wird zunächst eingeschränkt. Häufig löst sich die Blockade dann während des Laufens und die Bewegung wird wieder dynamischer. Auch dieses "Einlaufen" ist unüblich und die Ursache sollte behoben werden.

Dies sind nur zwei Beispiele fürs Einlaufen aufgrund von Dysbalancen im Pferdekörper.


Gähnen vor oder nach dem Reiten – was bedeutet das?


Gähnen ist bei Pferden oft ein Zeichen von Entspannung. Doch wenn ein Pferd vor oder nach dem Reiten häufig gähnt, kann das auch auf Stress oder Schmerzen hinweisen. Besonders vor dem Reiten kann es ein Zeichen von Anspannung sein, nach dem Reiten von Erschöpfung oder Unwohlsein.


Ich achte immer darauf, wie dein Pferd sich vor und nach dem Training verhält. Häufiges Gähnen kann ein Hinweis sein, dass das Pferd nicht ganz fit ist oder sich unwohl fühlt. In solchen Fällen lohnt sich eine genauere Beobachtung und gegebenenfalls eine Behandlung.



Seitenansicht eines Pferdes beim Satteln mit unruhigem Verhalten


Wie Physiotherapie helfen kann


Viele der beschriebenen Verhaltensweisen hängen mit Schmerzen , Verspannungen oder Blockaden zusammen. Die Physiotherapie für Sportpferde ist eine effektive Methode, um solche Probleme zu erkennen und zu behandeln. Durch gezielte Übungen, Massagen und Mobilisation kann die Beweglichkeit verbessert und Schmerzen gelindert werden.

Gerade mit der Dorntherapie helfe ich Sportpferden wieder ins Gleichgewicht zu kommen und einen physiologischen Bewegungsablauf zu erhalten, der für Wohlbefinden und Leistungserbringung essentiell ist.


Tipps für den Alltag mit Pferden


  • Beobachte dein Pferd genau und achte auf Veränderungen im Verhalten.

  • Lasse regelmäßig Sattel und Zaumzeug kontrollieren.

  • Nutze physiotherapeutische Behandlungen als Prophylaxe.

  • Achte auf eine ausgewogene Bewegung und ausreichend Pausen.

  • Lasse die Zähne deines Pferdes regelmäßig kontrollieren.



Nahaufnahme eines Pferderückens mit sichtbaren Muskelstrukturen


Bleib aufmerksam und handle frühzeitig, wenn dein Pferd ungewöhnliche Verhaltensweisen zeigt. So schützt du seine Gesundheit und sorgst für eine lange, glückliche Partnerschaft.

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Lea Lindenmayer

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